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Bollywood Soundtracks R

RAINCOAT

Label
: Normal Records (Dtld.)
Musikregie: Debojyoti Misra
Liedtexte: Rituparno Ghosh
VÖ: 24. Feb 2006
VÖ Indien: Okt 2004, Times Music

 

Playlist
1. Mathura Nagarpati (Shubha Mudgal)
2. Piya Tora Kaisa Abhiman (Hariharan)
3. Piya Tora Kaisa Abhiman (Shubha Mudgal) (Gedicht von H.)
4. Raha Dekhe (Shubha Mudgal)
5. Akele Hum Nadiya Kinare (Shubha Mudgal)
6. Hamari Galiya Hoke Aana (Meena Mishra und Gruppe)
7. Jug Jiye (Meena Mishra und Gruppe)
8. Hamari Galiya Hoke Aana (Meena Mishra und Gruppe)(Sad)

Bonus Tracks
9. Dhun (Raga Bhairavi)
10. Dhun Mishra Pahadi (Sandip Chatterjee)

Rezension
Mathura Nagarpati bereitet den Zuhörer auf die folgenden Lieder vor, es ist ein langsames, religiöses Lied, das stark auf die Stimme von Shubha Mudgal fokussiert ist. Mit leichter Musikbegleitung und unterstützt von einem Chor, glänzt die Sängerin mit ihrer starken Stimme. Vom Lied Piya Tora Kaisa Abhiman gibt es zwei Versionen, eine mit männlichen und eine mit weiblichen Vocals. Erstere wird von Hariharan gesungen, einem ausgewiesenen Klassiksänger. Im zweiten Lied übernimmt wieder Shubha Mudgal den Gesangsteil und hinterfragt den Stolz des Liebenden. Zwischendurch ist auch eine männliche Stimme zu hören, die ein Gedicht vorträgt. Auch die anderen Lieder klingen eher traurig, bedrückt, fast schon depressiv. Eine Ausnahme bildet Jug Jiye, ein typisches Hochzeitslied, aber im Qawaali Stil. Die Musik ist so untypisch für einen Mainstream Bollywoodfilm, wie der Film selbst. Die Lieder sind aber thematisch stark an den Filminhalt angelehnt.

Für Fans von Kisna, Sapnay

Rawi 14.05.2006

 

RANG DE BASANTI
Die Farbe der Rebellion

Label: Normal Records (Dtld.)
Musikregie: A.R. Rahman
Liedtexte: Prasoon Joshi, Nacim und Blaaze
VÖ: 24. Feb 2006
VÖ Indien: Dez 2005, UTV

 

Playlist

01. Ik Onkar (Harshdeep Kaur)
02. Rang De Basanti (Daler Mehndi, Chitra)
03. Paathshala (Naresh Iyer, Mohamed Aslam)
04. Tu Bin Bataye (Madhushree, Naresh Iyer)
05. Khalbali (A R Rahman, Aslam, Nacim)
06. Khoon Chala (Mohit Chauhan)
07. Paathshala - Be A Rebel (Blaaze, Aslam, Naresh Iyer)
08. Luka Chuppi (Lata Mangeshkar, A R Rahman)
09. Saajanagnik
10. Maahnkar Mahadevan
11. Lalkaar (Aamir Khan & Chor)
12. Roobaroo (A. R. Rahman)

Bonus Tracks
13. So Gaye Hain (Lata Mangeshkar)
14. Pyaara Sa Gaon (Lata Mangeshkar)
15. Chhodo More Baiyyan (Richa Sharma)
16. So Gaye Hain [Part 2] (Lata Mangeshkar)

User Rezension

Rang de Basanti – für mich der interessanteste Soundtrack des Jahres 2006. Wenn der Film „mit großer Kraft von der Wende im Leben junger Menschen und ihrem zurückgewonnenen Bedürfnis nach Veränderung und Verantwortung“ (Normal Records) erzählt, so tut er dies mit Hilfe der Musik. Zwar ist die Musik bei jedem Bollywood-Film mehr oder weniger ins Sujet des Films integriert, nirgends jedoch so effektvoll, überraschend und doch stimmig wie bei Rang de Basanti. Ebenso stimmig wie im Film sind die Titel auf dem Album angeordnet. „Ik onkar“, ein Punjabi-Gebetsgesang, mit der klangvollen Stimme von Harshdeep Kaur umgesetzt, ist hier ein perfekter Einstieg, der darauffolgende Titelsong ein schmissiges Bhangra-Stück mit Ohrwurmcharakter, überzeugend vorgetragen von Daler Mehndi. Ein weiterer (und mein unverkennbarer) Favorit der Platte ist „Khalbali“: Orientalisch angehaucht, mit arabischen Vocals und Percussion angereichert, wunderbar kraftvoll und energetisch.
„Paathshala“ und „Paathshala – Be a rebel“ sind ebenfalls kraftvolle Songs mit einem trotzig-frechen Unterton. Musikalisch interessant durch die „Brechungen“ im Lied, die Kritiker das Stück als „unzusammenhängend“ abtun lassen, es meiner Meinung nach aber gerade erst spannend machen.
Die Lieder „Khoon Chala“ und „Tu bin bataye“ sind zwei sehr schöne, langsame Stücke, die für meinen Geschmack fast zu ruhig sind. Im Film treffend eingesetzt, entfalten sie jedoch auch auf dem Album gerade durch ihre Positionierung zwischen den kraftvolleren, aggressiveren Stücken ihre dramatisch-tragische („Khoon Chala“) bzw. romantische („Tu bin bataye“) Wirkung. Ebenso „Luka Chuppi“, welches von den meisten Kritikern gern als bestes Lied A. R. Rahmans auf diesem Album bewertet wird. Erstmals ist hier der Komponist selbst zusammen mit Lata Mangeshkar zu hören, in einem sehr gefühlvoll, aber keinesfalls kitschig vorgetragenen Dialog zwischen Mutter und Sohn.
„Roobaroo“ ist für sich genommen ein schwungvoller, gitarrenlastiger Gute-Laune-Song mit einer eingängigen Melodie, im Film jedoch kommt er an so unerwarteter Stelle zum Einsatz, dass er für Gänsehaut sorgt. Dies ist auf dem Album erfolgreich nachgeahmt worden, indem der fröhliche Titel direkt nach dem bedrohlichen „Lalkaar“ erklingt. Bei letzterem handelt es sich um eine Art Sprechgesang mit Chorbegleitung, der vom Typ her an „Ik onkar“ erinnert, jedoch im Gegenteil zum Eingangsstück düster und unheilverkündend daherkommt. Sehr beeindruckend rezitiert hier Amir Khan die Zeilen, die an das Gedicht „Sarfaroshi ki Tamanna“ des Revolutionärs Ram Prasad Bismil angelehnt bzw. diesem entnommen sind und den Wendepunkt des Films markieren – „Das Verlangen nach Kampf ist nun in unseren Herzen“.
Fazit: Rang de Basanti ist, besonders im Vergleich zu anderen Bollywood-Filmen, ein ungewöhnlicher Film und verdient demnach auch einen ungewöhnlichen Soundtrack. Das Album mit seinen facettenreichen Stücken spiegelt die Uneindeutigkeit des nicht unumstrittenen Films wider, der in besonders effektvoller Weise von seiner Musik unterstützt wird. Der Soundtrack von Rang de Basanti ist ein musikalischer Genuss der etwas anderen (Bollywood-) Art: Anstelle der üblichen Schmachtsongs finden sich gefühlvolle Lieder wie „Luka Chuppi“, anstelle von Discohits wie „Where’s the party tonight“ energiegeladene Stücke wie „Paathshala“ und „Khalbali“. Wobei letztere durchaus auch Dancefloor geeignet sind, sich allerdings beim Mainstream-Publikum bzw. bei Mainstream-DJs nicht allzu großer Beliebtheit erfreuen. Aber das ist schon wieder ein anderes Thema.

Maren Schrobar, 19.02.2007