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Bhangra Alben 2006

BOHEMIA: Pesa Nasha Pyar


Interpret: Bohemia
Album: Pesa Nasha Pyar
Musiklabel: Ishq Records
Veröffentlichung: Feb 2006 (Underground, UK)
Featuring:
Snoop Doggi, Sir-Punj, Sin, K-Ji, Curta-C, RD

Background: Bohemia mischt die Bhangra Szene in England auf. Der in Kalifornien, USA aufgewachsene Rapper, bringt neuen Schwung in die Panjabi Musikszene. Sein Album "Vich Pardesan De" ist im Underground in den USA schon lange bekannt. Sein Musikstil ist sehr amerikanisch und hat einen gewissen TuPac-Style. Panjabi Vocals abgemixt mit Westcoast Hip Hop und RnB. Bohemia ist der erste Rapper, der diesen Stil nach vorne puscht. Für den Song 'Favorite Spot' konnte er sogar Snoop Dogg als Unterstützung gewinnen. Mit knackiger Rhythmen und Panjabi Elementen transportiert Bohemia seine Botschaften mit lautstarkem Sprechgesang. Der für Panjabi Ohren ungewöhnlich harsche Ton in den Songs lässt aufhorchen und weckt Interesse. Für Fans von TuPac, Wu-Tang Notorious B.I.G, Dr. Dre ein Muss.

Wicky, April 2006

JASSI SIDHU: No Strings Attached
Interpret: Jassi Sidhu
Album: No Strings Attached
Musiklabel: Moviebox
Veröffentlichung: Januar 2006

Background: Nach seinem erfolgreichen Soloalbum Reality Check, hat Jassi nun sein zweites Album veröffentlicht. Jassi startet mit 'Puth Jatt Thaa', das Lied basiert auf die Melodie von 'Agg' aus Reality Check und eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Lied 'Jaan' aus dem Album Long Overdue von B21 ist nicht zu verkennen. Der Street-Mix von Puth Jatt Thaa ist ein Leckerbissen für alle RnB Fans. Ideal zum Mitsingen und langsamen Tanzen. Sein alter Kumpel Rishi Rich steuert den 'Rahe Rahe' Remix bei, einen für ihn typischen melodischen Remix mit Beat. Das rahe rahe original Lied ist im klassischen Bhangra-Stil gehalten und wunderbar zum Mittanzen. Obwohl die Songs sehr stark an sein verangegangenes Album angelehnt sind, kann ich es trotzdem ruhigen Gewissens empfehlen - vor allem Fans, die nicht so sehr auf die Englisch-Panjabi Mixes stehen, sondern lieber morderne Panjabi Musik hören wollen.

Wicky, April 2006

JOSH: Mausam

Interpret: Josh
Album: Mausam
Musiklabel: VIP Records
Veröffentlichung: Nov 2006 (Underground, UK)
Featuring:
Rishi Rich, Smurfette, Erin, Jojoe, Nelly Furtado, RDB


Background:
JoSH, zwei junge Männer aus Kanada, die es verstehen englischen Soul und RnB-Klänge mit Panjabi, Hindi und Urdu Vocals zu fusionieren. Im Laufe der Zeit machten sich JoSH nicht nur in der Desi-Community in Nordamerika einen Namen, sondern sahnten 2004 auch noch den MTV IMMIE Award für "Best new Non Film talent" ab. Auf den weltweit veröffentlichten Singles von Nelly Furtado "Powerless" und "Promiscuous" sind auch die Remixes vom JoSH Duo Rup (Rupinder) und Q (Qurram) mit vertreten.

Mit 'Rock Your World' started das Album in ganz JoSH-Manier: Gitarrensolo, R'n'B Sounds und eine gute Portion typischer Panjabi Rhythmen. Eindeutig tanzbar - egal wo auf der Welt. Ein toller Beginn, der Apettit auf mehr macht.

Als Austausch für den Song 'Teri Masti', der auf dem Rishi Rich Album von JoSH produziert wurde, hat die UK-Bhangra Ikone einen Remix von 'Rock Your World' zu 'Mausam' beigesteuert. Der Remix klingt mit Tumbi-Riffle voller und melodischer als das Original, typisch Rishi.

Der Titelsong 'Mausam' ist ein Remix von 'Aye Mausam Suhane', einem Soundtrack des pakistanischen Films 'Saat Lakh' aus 1957! Am Anfang des Liedes sind noch die original weiblichen Vocals von Zubaida Khanum zu hören. Ein wirklich gelungener Remix mit Lyrics, die wohl nie ihre Gültigkeit verlieren, eine Liebesballade eben. Das Lied ist aus der Sicht einer Liebenden geschrieben, weibliche Vocals wären eigentlich angebrachter und hätten dem Lied noch einen letzten Schliff gegeben.

'Teri Aankhon' (zu deutsch: Deine Augen) ist wieder ein langsames, romantisches Lied. Das Geigensolo und die sehr zurückhaltende Hintergrundmusik, läßt die Aufmerksamkeit auf den melodischen Gesang gleiten. Für dieses Lied muss man einfach relaxt sein und in der richtigen Laune, denn tanzen läßt sich dazu nicht wirklich. Der 'Groove Guru Goa Remix' von 'Teri Aakhon' unterscheidet sich nicht all zu stark vom Original.

'Nasha Pyar Da' ist auf jedenfall was zum abdancen: Knackige Bhangra Dhols und laute, heitere Vocals animieren zum Mitsingen. Wieder ein Crossover mit weiblichen, englischen Vocals und der Kraft das Tanzbein selbsständig schwingen zu lassen. Im Giraffe Remix von 'Nasha Pyar Da' fallen die weiblichen Vocals weg, dafür kommen französische Vocals hinzu. Eine Ode an den französischen Teil Kanadas könnte man meinen.

'Maahi Ve' ist die erste Auskopplung aus dem Album und ein genialer Mix mit einem netten Videoclip. Es ist musikalisch ein komplettes, fröhliches, tanzbares Lied mit philosophischem Text. Verglichen mit 'Nasha Pyar Da' ist es langsamer mit einfacheren Lyrics.

Nach meiner Meinung haben Rythm Dhol Bass mit ihrem 'Mahi Ve RDB Remix' eines der besten Bhangra Remixes das Jahres kreiert. RDB gehören mit zu den Hauptverantwortlichen des Bhangra Booms im Westen, der Anfang des Jahrzehnts Großbritannien, USA und nach und nach auch Indien erfaßte. Mit elektrischen Elementen, Nachbearbeitung der original Vocals und den bekannten Bhangra Beatz machen sie 'Mahi Ve' zu einem echten Burner auf dem Dancefloor. Eine echte Bereicherung für das Album.

Auch der 'Jaanon Remix' gehört zu den schnelleren Hindi Tanzsongs und nicht schlechter als der 'Mahi Ve RDB Remix'. Ein absoluter Ohrwurm und Bollywood-Disco-Nummer-tauglich wie kaum ein anderer Remix dieser Tage. Ein Hörgenuß, dem man mit Beschreibungen kaum Genüge tun kann.

'Ajnabi', mit ihrem schnellen Gitarrenspiel, lauten Schlagzeugbeats und rockigen Elementen ist ebenfalls eine tolle Nummer. Bei all dieser melodischer und rhytmischer Fülle kommen die Hindi-Lyrics nicht zu kurz. Das Lied ist laut, es rockt und nistet sich mit seinen Vibrationen direkt in den Körper ein.

'Aaj Ke Din' (zu deutsch: Heutzutage) ist im 90'er Jahre Stil gehalten und mit Jazzelementen angereichert. Mit den teils Hindi teils Urdu Vocals klingt es frisch und unbekümmert. Wie auch in 'Janoon' und 'Ajnabi' schimmert einwenig Pakistanischer Pop durch.

'Munn Say Pucho' hält sich ganz im Stil des bekannten JoSH-Pop. Etwa vergleichbar mit 'Meri Jaan' und 'Jal Jayeen' aus ihrem Mega-Album 'Kabhi'

Der Panjabi-Remix zu Nelly Furtados 'Maneater' gibt eigentlich keinen Anlaß zur Beschwerde, für meinen Geschmack ist das Lied mit Vocals zu sehr vollgepackt, etwa wie ein Regionalzug in Mumbai. Für eine Dancenummer mag das nicht so schlimm sein, aber etwas weniger Vocals wären mehr.

Beim Josh Remix von 'Promiscuous Girl' kehrt sich das Verhältnis von Original und dem Remix um. Das Resultat ist ein Lied, in dem etwa nur noch 20-30 Prozent vom Originallied zu hören ist, der Rest sind Panjabi Vocals. An sich kein schlechter Mix, aber erfüllt nicht ganz meine Erwartungen. Die Beatz vom Original, die Stärke des Liedes sind kaum wahrnehmbar.

An dieses vielseitige Album muss man sich erst gewöhnen um die Vielfalt für sich zu entdecken. Mit insgesamt 16 Liedern, darunter mehrere Remixes, bietet das Album wirklich eine gute Bandbreite. Rockige und schnelle Tanzlieder, Liebesballaden und indisch-englischer Pop: JoSH zeigt welche Kombis möglich sind und schafft es meist die perfekte Balance zu finden. Meine Top Empfehlung.

Für Fans von:
Rabbi Shergill

Links:
PlanetJoSH
'Aye Mausam Suhane' Original auf YouTube

Wicky, Dez 2006