Bhangra/Interviews/Juggy D (Dt.)

Der 23 jährige Newcomer der Britischen Bhangra Szene ist Sohn indischer Einwanderer aus Ludhiana, Panjab. Am 21. und 22. Mai 2004 in Frankfurt/Main bzw. Heidelberg aufgetreten und hat seine in Deutschland lebende Fans mit Live Performances beglückt. Begleitet wurde er von seinem Manager Rob Stuart von 2Point9. Als erste deutschsprachige Community Site überhaupt hat Happyindia.de ein ausführliches Interview mit ihm gemacht. In dem Interview erzählt er, wie seine Leidenschaft für Bhangra von früher Kindheit bis zum heutigen Zeitpunkt immer stärker geworden ist. Obwohl er schon ein Studium an der Universität angefangen hatte, entschied er sich doch sein Hobby zum Beruf zumachen. Nach ersten Erfahrungen als Bhangrasänger auf Hochzeiten und privaten Feiern, hat ihn ein Zufall binnen weniger Wochen und Monate zu einem Senkrechtstarter der Szene gemacht. Sein Treffen mit talentierten Musiker und Produzenten Rishi Rich änderte sein Leben auf einen Schlag. Und seine Musik nicht nur im Britischen Mainstream, sondern auch im Indischen Bollywood regen Zuspruch. Er erzählt von seinen Plänen in den Monaten und seinen Erlebnissen in den letzten zwei Jahren, die seine kühnsten Träume übertroffen haben.

Was ist deine Lieblingsmusik, mal abgesehen von Bhangra?

Ich höre sehr unterschiedliche Musikrichtungen, es gibt also nicht die Lieblingsmusik. Ich höre Weltmusik, Klassisches und auch R'n'B... eigentlich alles.

Hast Du ein Pop-Idol, einen Lieblings Musikstar?

Nein, ich bin nicht wirklich Fan von irgendjemand. Ich respektiere alle Künstler für das was sie tun und schätze sie dafür. An den einzigen Lieblingsstar, den ich in früher Kindheit hatte, war Michael Jackson. Seine Musik hat mich interessiert und hatte allerlei Dinge wie Bücher, Alben und so weiter... Aber als ich älter wurde, war ich auch kein Fan mehr von jemanden.

Wie bist Du zur Bhangra Musik gekommen, was waren Deine ersten Schritte in dieser Richtung?

Soweit ich mich erinnern kann, habe ich schon immer zu Panjabi Musik getanzt und gesungen. Ich habe dann mit einigen Freunden, die DJs sind auf Hochzeiten und andere Feiern gesungen. Es hat mir einfach irre Spaß gemacht, also hab ich mal einpaar Nummern allein mit einem Dhol-Spieler gesungen, mit Dips von Dhol Entertainments. Dann hab ich einige Vocals mit Channi von Alaap gesungen, seine Tochter war übrigens auf derselben Schule wie ich. Mein Interesse und meine Leidenschaft für Musik wurden immer größer. Bis ich schließlich das Studium schmiss, weil ich die Nase voll hatte. Ich wollte in die Musikbranche und einer meiner Freunde machte mich vor zwei Jahren mit Rishi Rich bekannt... und so fing alles an.

Gab es einen Knackpunkt, wo Du die Entscheidung getroffen hast Bhangra Musik zu machen?

Nicht wirklich. Ich habe sehr früh Bhangra Songs gehört und habe mir angehört, was sie gesungen haben und worum es in den Songs ging. Manchmal saß ich da mit meiner Mutter und habe versucht die Texte der Lieder aufzuschreiben. Egal ob es ein Malkit Singh - oder ein Gurdas Maan Song war. Ich stoppte den Kassettenspieler und spulte so oft wieder zurück, bis ich das Wort hatte. Und wenn ich ein Wort nicht verstand, dann fragte ich eben meine Mutter nach der Bedeutung. Und ich habe auch viele Songs von Malkit Singh und Gurdas Maan später nachgesungen.

Du hast vorhin Rishi Rich schon erwähnt. Wie fing Eure Zusammenarbeit an?

Vor zwei Jahren unterhielten sich ein Freund von mir und Rishi Rich ganz normal über Musik. Rishi erzählte von seinem Album an dem er gerade arbeitete. Er hatte es schon fast fertig und es hieß SIMPLY RICH. Zu dem Zeitpunkt brauchte er aber noch eine männliche Panjabi Stimme für einen bestimmten Track. Das hat er also meinem Kumpel erzählt, worauf hin dieser antwortete: "Hey, ich kenne da jemanden. Der Typ singt schon seit Jahren nur aus Leidenschaft. Wieso probierst Du es nicht mal mit ihm?" Und Rishi antwortete: "Ok, warum nicht. Bring ihn mit und wir schauen mal." Also ging ich in sein Studio und traf Rishi das erste Mal. Ich hatte keine Ahnung, wer er war und was er schon gemacht hatte. Ich glaub' so war's auch ganz gut, denn ich habe keine großen Erwartungen gehabt. Also ging ich rein und sang, wie immer. Und die Chemie hat gestimmt. Wir kamen gut miteinander zurecht und er mochte meine Art zu singen. Er gab mir dann die Möglichkeit einen Song für sein Album zu singen. So kam ich zu NAHIN JEENA. Nach der Aufnahme kam das Album unter Bally Sagoos Label ISHQ RECORD auf den Markt. Und sie haben entschieden, dass ein Video zu meinem Song gedreht wird. Für jemanden der auf Parties und Hochzeiten gesungen hat, dann plötzlich auf Rishis Album singen darf und dann auch noch ein Videoclip zu diesem Song gedreht wird - war's einfach unglaublich. Ich konnte es nicht fassen. Das war einfach das allergrößte für mich. Alles geschah so schnell, normalerweise dauert es unheimlich lange bis ein Interpret in Großbritannien (GB) solche Anerkennung erhält und in ein Stadium kommt, wo jemand einen Videoclip mit einem machen möchte. Das war mein erster Song und ich bekam auch noch das Video dazu und alles andere... Der Song kam richtig gut an und hielt sich sechs Wochenlang auf Platz 1 der Bhangra Charts in GB.


Sprechen wir über Rishi Rich Project featuring Jay Sean & Juggy D. Wie stark hat DANCE WITH YOU Dein Leben verändert?

Kaum, weil ich meinen Durchbruch in der Britischen Bhangra Szene mit NAHIN JEENA hatte. Aber die Sache mit DANCE WITH YOU (Nachna Tere Naal) lief auch sehr schnell. Wir haben den Song nie geplant, es passierte einfach! Rishi war im Studio und bastelte wieder einmal an einem Beat. Jay Sean, der andere Sänger in dem Song - übrigens ein sehr guter Freund - hörte den Beat und sagte zu Rishi: "Ich will diesen coolen Beat. Und ich schreibe einen Text dazu." Rishi sagte nur: "Naja, das ist eigentlich für jemand anderen gedacht. Aber wenn Du wirklich schnell mit was gutem kommst, dann denk' ich darüber nach, ob ich Dir den Beat gebe. Darauf Jay: "Okay!" Er schrieb den Text noch am selben Tag.

Am selben Tag?

Ja, er ging nach Hause und schrieb den DANCE WITH YOU Text noch in der selben Nacht. Nachts um 3 simste er Rishi, dass er den Text fertig. Also bat Rishi ihn den Text noch an dem Tag zu bringen. Als Jay die Musik spielte gefiel es Rishi und er war mit dem Song einverstanden. Noch einen Tag später als ich ins Studio kam und den Sound hörte, gefiel er mir auch. Rishi sagte: "I just wanna dance with you" und ich sang es auf Panjabi "Main Ta Tere Naal Nachnaaa...". Es machte klick und er merkte, dass es funktionierte. Er fands toll: "Juggy geh in die Gesangskabine" und wir nahmen den Song auf.

Die meisten Songs vom Rishi Rich Project bestehen aus 50% Panjabi- und 50% Englishem Gesang, ist das Euer Rezept?

Seit DANCE WITH YOU singen wir so, ja. Wir dachten, wir machen noch einpaar Lieder in diesem Stil, also einer Verschmelzung von R'n'B und Bhangra. Wir waren der Meinung halb Englisch und halb Panjabi ist eine gute Mischung. Wir kamen aber eher zufällig drauf, weil DANCE WITH YOU ja nie geplant war. Wir haben den Song also aufgenommen und haben dann auch den Weg ins Mainstream geschafft. Der Song brachte es schließlich auf Platz 12 der UK Single Charts. Für uns war es ein großer Erfolg. Wir hatten ja nicht einmal mit einer veröffentlichung im Mainstream gerechnet.

War es eigentlich einfach diese Chance von Virgin Music zu kriegen?

Ja, die von Virgin Music nahmen Jay Sean für die Single unter Vertrag. Sie hörten einige andere seiner Songs und als sie dieses Lied hörten, hieß es: "Wir wollen diese Single promoten und wir wollen, dass das Rishi Rich Projects erste Maintream Single wird."

Also kamen sie auf Euch zu und wollten den Song.

Ja, sie waren bereits mit Jay in Gesprächen. Und als sie diesen Song hörten, waren sie sich 100%ig sicher, dass sie sich darauf einlassen wollten. Sie sagten, sie wollen dazu ein Video drehen und es in die Plattenläden bringen.

Wir haben mitgekriegt, dass Eure Single von einigen Radio Stationen nicht gespielt wurden.

Alle Panjabi Stationen haben mitgemacht. Auch Radio One hat uns großartig unterstützt, genauso wie BBC. Aber KISS hat uns zu dem Zeitpunkt nicht gespielt. Naja, passieren solche Dinge eben, man darf es nicht überbewerten.

Womit haben sie es begründet?

Es war ihnen zuviel Panjabi Gesang! Manche englische Radiostationen hatten die Befürchtung es wäre zu Panjabi und ihre Zuhörer würden den Song nicht akzeptieren. Naja, man kriegt halt nicht immer alles, was man sich wünscht. Sogar ohne diese Unterstützung haben wir den 12. Platz eingenommen.
Aber jetzt mit EYES ON YOU von Jay Sean feat. Rishi Rich Project haben wir schon viel Unterstützung erfahren. Und wir hoffen alle, dass dieser Song eine noch besseren Chartplatz erreicht.

Letzten Dezember haben wir auf Happyindia.de gemeldet, daß DANCE WITH YOU am 12. Januar 2004 auch in Deutschland veröffentlicht wird. Wieso kam's doch nicht dazu?

Hm, das stimmt. Da müßt ihrr mit Virgin Music fragen. Die Entscheidung hat mit uns nichts zu tun. Es war zwar geplant, aber ich weiß auch nicht, was dann passiert ist


Jay Sean, Juggy D, Rishi Rich

Wie war die Zusammenarbeit mit Craig David, Mary J Blige und Britney Spears?

Für mich war es eine unglaubliche Erfahrung. Ich hätte nie gedacht, dass ich je mit Stars wie Craig und Mary J Blige zusammen arbeiten würde. Nach NAHIN JEENA passierte das alles so unheimlich schnell. Und ich habe durch Rishi Rich und meinem Management 2Point9 soviele andere Angebote bekommen. Das alles hat mich sprachlos gemacht und dachte nur, dass das alles nicht wahr sein kann. Hätte mir jemand vor 3 Jahren all das prophezeit, ich hätte ihm den mittleren Finger gezeigt und gesagt: "Na klar, schnack weiter!" Sagen zu können, dass ich mit diesen Leuten zusammen gearbeitet habe, ist schon eine riesige Sache. Mit Craig David war's einfach fantastisch, weil ich 4-5 Stunden mit ihm im Studio verbracht habe um ihm Panjabi beizubringen. Ich habe für ihn einen Vers auf Panjabi geschrieben und ihm beigebracht, wie man es singt. Es war eine unglaubliche Erfahrung für mich. Irgendwann wann - wenn ich alt bin - kann ich der jüngeren Generation erzählen, ich war der Typ der Craig David Panjabi beigebracht hat. Nach dieser Sache, haben wir mit Mary J. und Britney Spears gearbeitet.

Hast Du sie getroffen?

Nein, Rishi traf Britney. Sie schickten uns den Song (Me against the Music, Anm. der Red.) und wir arbeiteten daran im Studio und schickten den fertigen Song dann zurück. Und er gefiel ihnen. Den letzten Remix, den wir gemacht haben, ist von Missy Elliott mit Timbaland & Magoo. Es ist schön die Gesichter hinter den Stimmen zu treffen, die mit Panjabi in den Mainstream gehen. Ich bin der erste asiatische Sänger, der mit solchen Mainstream Interpreten zusammen gearbeitet hat. Ich glaube nicht, dass irgendjemand das getan hat, was wir in so kurzer Zeit erreicht haben.

Du warst doch auch mit Timbaland einkaufen. Wie kam es dazu und was für CDs hat er sich gekauft?

Ja, wir gingen zu ABC Music Shop am Broadway (Die große indische Einkaufsmeile in Southall, London. Anm. der Red.). Timbaland war wegen Promotion in Großbritannien. Er gab ziemlich viele Interviews und traf Ja zufällig, als dieser nach seinem Radio-Interview aus dem Gebäude ging. Also Jay ging gerade raus und Tim Mosley (alias Timbaland) ging rein. Sie sprachen kurz und Jay erwähnte, dass er vor kurzem einen Remix zu einem seiner Songs gemacht hat. Tim erinnerte sich, dass wir am COP THAT SHIT Sound gearbeitet haben. Dann fragte er Jay, ob wir nicht mit ihm einkaufen gehen wollten, er wollte noch einpaar CDs haben. Also boten wir ihm an ihn dabei zu begleiten und tauschten die Nummern aus. Am nächsten Tag nahmen wir ihn mit zum Broadway, Southall und gingen in das Musikgeschäft. Und er war kam mir vor wie ein kleines Kind in einem Geschäft voller Süßigkeiten. Er sah sich um und wir erklärten: "Hier sind die alten Bollywood CDs, hier die neueren Sachen, da sind die Bhangra Alben und dort ist Klassische Musik. Derjenige ist ein toller Sänger.... und die ist eine tolle Sängerin!" Und er nahm sich gleich soviele CDs er tragen konnte. Nach einer Stunde hatte er insgesamt CDs für 3000 Pfund (ca. 4500 Euro) gekauft!

Habt ihr Provision bekommen?

Nö, wir haben nicht mal paar kostenlose CDs gekriegt (lacht)

Ihr seid für die EMMA AWARDS als bester British Music Act (für DANCE WITH YOU) nominiert. Wie schätzt Du Eure Chancen ein?

Um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass wir den Award gewinnen. Allein die Nominierung ist schon eine tolle Sache. Es waren insgesamt etwa 100 Acts nominiert und wir haben es bis ins Finale unter die ersten fünf geschafft. In der Kategorie sind noch Big Brovas, Jamila, Joss Stone und Lemar nominiert! Und ganz ohne Scherz, aber auf dem Britischem Mainsteam Markt sind einige von denen eine viel größere Nummer, als wir es sind. Wir sind noch relativ jung, aber ich glaube nicht, dass wir gewinnen werden. Aber es ist schon eine Ehre nominiert zu sein und anerkannt zuwerden.

Ok, wir haben eine Frage zu einem Eurer anderen Songs. Ein Song hat den Namen STOLEN - Part 2. Aber es gibt, soweit wir wissen, keinen ersten Part. Was steckt dahinter?

Rob Stuart: Vor etwa einem Jahr schrieb Jay Sean zusammen mit Rishi Rich einen Song. Später schrieben Juggy, Jay und Rishi einen anderen Song, der auf der alten Vorlage basierte, also nannten wir ihn auch STOLEN. Als dieser Song aber schon veröffentlicht wurde, haben wir uns dann entschloßen ihn STOLEN Part 2 zu nennen. Also wird Jay Seans zweite Single STOLEN Part 1 heißen und kommt im September auf den Markt.

Was wird als nächstes von Dir veröffentlicht?

Mein erstes Soloalbum wird in den nächsten Wochen veröffentlicht. Wir haben gerade letzte Woche einen Videoclip dazu gedreht. Wir rechnen mit der Veröffentlichung so gegen Ende Juni.

Wird es auch ein Rishi Rich Project feat. Jay Sean and Juggy D geben?

Rob: Ja, zum Ende des Jahres. Vielleicht auch schon in September/Oktober.

Juggy: Wir arbeiten momentan an drei Alben gleichzeitig. Rishis Album, Jays Album and meins. Wir haben da auch noch einen anderen Produzenten, nämlich Mentor. Auch er ist ein Teil von 2Point9. Er ist derjenige, der an SONIYE, den COP THAT SHIT - Remix and Billo mitgewirkt hat. Er hat die eine Hälfte und Rishi die andere Hälfte meines Soloalbums produziert. Er ist Rishis jüngerer Bruder. Wir sind alle irgendwie in dem Album des anderen involviert. Aber es ist gut so produktiv zu sein. Noch vor meinem Album kommt Jay Seans Single auf den Markt. Danach wiederum kommt Rishis Album. Schließlich wollen wir ja nicht alles auf einmal veröffentlichen.

Es stellt sich die Frage, ob es klug ist das Rishi Rich Project Album so spät zu veröffentlichen. Gerade weil einige Songs schon bekannt sind und die Fans die Musik lieber heute als morgen hören wollen. Sie könnten dazu verleitet werden sich die Musik illegal runterzuladen.

Rob: Wir haben noch soviel Material. In dem Rishi Rich Project Album wird es nicht nur Tracks von Juggy D, Jay Sean und Mentor geben. Rishi ist gerade in Indien und arbeitet mit Sonu Nigam. Es wird also einige hochkarätige Hindi- und Bhangra Sänger Interpreten geben. Wahrscheinlich werden auch Craig David und Britney Spears mit auf der Platte sein. Und das alles braucht natürlich Zeit.

Wie kommt es eigentlich, dass Ihr den Soundtrack U'n'I für den Bollywoodfilm HUM TUM gemacht habt?

Das haben wir dem Film BOOM zu verdanken. DANCE WITH YOU war einer der Songs auf dem Soundtrack und eine Menge Leute haben Rishi Richs Musik und seine Art dadurch kennengelernt. Und diese Mischung aus Panjabi und R'n'B kam sehr gut in Indien an. Ein Mann namens Aftab von Yash Raj UK (Produzent des Films HUM TUM Anm. der Red.) kam auf unser Management zu und fragte, ob Rishi Rich Interesse hätte einen Song für einen neuen Film mit dem Namen HUM TUM zu machen. Er erzählte, worum es bei dem Film ging und sie wollen eine männliche und eine weibliche Stimme für einen solchen Soundtrack. Also wurde ich ausgewählt den Part des Manns zu übernehmen und Veronica war die weibliche Stimme. Wir setzten uns hin und schrieben einen Song um die Geschichte in dem Film, damit alles zusammenpasste. Wir schrieben U'n'I (Mere Dil Vich...) und sie schickten ihn zum Yash Raj, die damit offensichtlich glücklich waren. Es war von dem Zeitpunkt, als wir den Song schrieben bis wir jetzt Anfang Mai rübergeflogen sind um den Clip zu drehen, ein unglaubliches Gefühl. Wir spürten sehr viel Beachtung seit wir letzten Dezember bei den MTV INDIA IMMIES AWARDS waren. Die Show haben damals über 165 Millionen Zuschauer in ganz Asien verfolgt. Wir waren den Menschen mit unserer Performance vom damals noch ein Begriff.

Und wir sind auch vom damaligen Indischen Premier Minister Vajpayee eingeladen worden, um einem sehr großem Event zu performen.

Wie sieht Euer Videoclip für HUM TUM aus?

Ich habe es noch nicht gesehen.

Rob: Es ist im Internet auf MTV India. Wir können ihn nach dem Interview uns zusammen anschauen - wir haben den Clip auch noch nicht gesehen.

Juggy, Du hast schon mit sovielen bekannten Stars zusammen gearbeitet. Mit wem würdest Du gerne zusammen einen Song machen. Gibt es einen speziellen internationalen oder Bhangra Star?

Michael Jackson! (lacht) Nein, für mich ist es ein Privileg, egal mit wem ich zusammen arbeite. Es gibt da niemand spezielles. Na, vielleicht doch einen, nämlich Jazzy B. Ich mag seine Art.

Panjabi MC hatte einen Riesenerfolg in Deutschland. glaubst Du, dass sein "Mundian To Bach Ke" (MTBK) Einfluß auf Eure zuküntige Arbeit.

Definitiv! Nicht nur für uns, für alle aus der Asiatischen Musikindustrie. Er hat uns eine Art Bühne gegeben, denn jetzt ist unsere Musik viel stärker akzeptiert. Ich meine die 1995 gemacht wurde, es ist also kein wirklich neuer Song, der jetzt entdeckt wurde. Jay Z. hat auch einen Remix daraus gemacht. Viele Jahre ist nichts passiert. Zu dem Song wird hier seit Jahren getanzt und plötzlich wird daraus ein Riesenhit. Und wir haben den großen Vorteil daran anknöpfen zu können. Er hat uns damit viele Türen geöffnet, wenn man es aus internationaler Sicht betrachtet. So haben auch wir die Möglichkeit seinem Beispiel zufolgen.

Der hat es in der ersten Woche in den Deutschen Single Charts auf Nr. 2 gebracht, aber in Großbritannien schaffte er "nur" Platz 6. Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass er hier zu mehr Erfolg brachte als in GB, wo die Zahl der Inder viel größer ist?

Ich weiß es nicht. In GB hatte jeder aus der Indischen Community den Song schon seit Jahren. Der Chartplatz 6 war trotzdem ein großer Erfolg für einen Song, der vor 7-8 jahren bereits veröfentlicht war.

Liegt es vielleicht daran, dass viele Deutsche Orientalischen Klängen gegenüber aufgeschlossener sind?

Ja, das könnte gut sein. Wir waren gestern sehr überrascht in Frankfurt, denn Deutsche kamen in die Location und fingen zugleich an sich zu der indischen Musik zu bewegen. Das hat uns verwundert, weil wir das aus GB so nicht kennen. Und Du hast Recht, wenn Du sagst, dass Deutsche für fremder Musik zugängicher sind. Sie scheinen auch mehr mit Bollywood- und Bhangra Musik vertraut zu sein als die Briten.

Wir haben ein Interview mit Metz & Trix gelesen, die 2Point9 erwähnt haben. Gib es Gespräche über engere Zusammenarbeit und wird es in Zukunft gemeinsame Projekte geben?

Rob: In Großbritannien machen wir eine Menge Gigs mit vielen verschiedenen Acts, wie Jassi Sidhu, RDB und auch Metz & Trix. Man läuft sich häufiger über den Weg und tauscht Erfahrungen aus. Man weiß nie was im nächsten Moment in der Branche passiert. Aber es gibt keine Pläne.

Hast Du noch eine Message für unsere User?

Ja, ich schätze Euer Interesse an unserem Sound und an dem was wir machen. Und wir wünschen Euch, dass Ihr weiterhin diese Musik geniesst und so weiterhin tatkräftig unterstützt, wie ihr es bis jetzt getan habt. Und ich hoffe wir kommen bald wieder hierher mit dem ganzen Project, also zusammen mit Rishi Rich und Jay Sean.

HappyindiaTeam: Auch wir möchten uns auf diesem Wege bei Euch für das Interview bedanken. Und ein besonderer Dank gilt auch an Sherry Kizhukandayil !

 

Alle Fragen wurden von Wicky und Rawi vorbereitet und gestellt.
22. Mai 2004, Heidelberg, Deutschland