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 von:
Helena Klitsie
Übersetzt von: Erdmute Klein
Stilrichtung: Roman
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: DTV Deutscher Taschenbuch Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN: 3-423-34339-7
Rezension von: Maren Schrobar für Happyindia.de
User Rezension
„Meine Reise nach Indien“ – der
Titel allein ist irreführend. Offensichtlich wurde er für
die Neuauflage gewählt, um das Buch eindeutig dem Indien-Schwerpunkt
der diesjährigen Frankfurter Buchmesse zuordnen zu können.
Der ursprünglich gewählte Titel „Die Logik des Glücks“
wurde dem holländischen Original „Liefde’s Logica“
(Logik der Liebe) und auch dem Inhalt des Buches viel eher gerecht.
Aber immerhin gibt es ja auch noch den Untertitel
„Vom Abenteuer einer spirituellen Suche“ und dieser müsste
eigentlich fett gedruckt sein. Denn das, was Helena Klitsie beschreibt,
ist ihre ganz persönliche Suche nach der Wahrheit (die es eigentlich
nicht gibt, wie sie selbst meint) und nach spirituellen Erfahrungen
in der östlichen Philosophie. Dafür reist sie mehrmals nach
Indien (aber eben nicht nur) und besucht sämtliche Yogis und
Weisen der Szene. Sympathisch ist, dass die Autorin nicht von vornherein
die gesamte östliche Philosophie verklärt oder pathetisch
von Indien schwärmt. Im Gegenteil, sie geht kritisch und teilweise
sehr hart mit allen und allem ins Gericht; zum Glück kann sie
auch über sich selbst lachen, sonst müsste man sie wohl
für arrogant und eingebildet halten. Auch wenn mir der Tonfall
im Buch nicht immer gefällt (teilweise ist er etwas zu grob)
und der rote Faden oft verloren geht (wie Klitsie an einigen Stellen
selbst bemerkt), ist es nicht uninteressant, es zu lesen. Dadurch,
dass sich die Erzählerin an ihren Geliebten Vikram wendet, werden
oft Vergleiche zwischen der indischen und westeuropäischen Kultur
gezogen. Auch erfährt man einiges über die östliche
Philosophie an sich und in Indien besonders. Ohne seine spirituelle
Seite wäre wohl jedes Indienbild unvollständig.
Ich erinnere mich an einen Fernsehbeitrag, in dem
von einer jungen Frau berichtet wurde, die einen Priester zu ihrer
bevorstehenden Heirat befragte. Der Priester eröffnete ihr, dass
ihre erste Ehe großes Unglück über sie bringen würde.
Daraufhin ehelichte die Frau direkt vor Ort (bei einem anderen Priester,
an den sie der erste verwies und der wiederum Geld kostete) eine Bananenstaude.
Die Bananenstaude überlebte die Hochzeit nur wenige Minuten:
Sie wurde von ihrer Angetrauten mit einem Messer niedergestochen.
Die junge Witwe konnte nun ganz beruhigt der zweiten Ehe mit ihrem
ursprünglichen Verlobten entgegensehen. Geschichten wie diese
kommen im Buch zwar nicht vor, aber die Autorin spricht derlei Themen
indirekt an, indem sie von Betrug und davon schreibt, dass auch der
Hinduismus, wie jede Religion, dazu neigt, „die Menschen dumm
zu halten.“
Die Erlebnisse und Begegnungen in den Ashrams und
anderen spirituellen Orten sind unterhaltsam und aufschlussreich und
auch den zugegeben typisch philosophisch wirren Erörterungen
zu Themen wie Glauben, Leben und Liebe ist etwas abzugewinnen –
trotzdem oder gerade weil ich zu den philosophisch nicht unbedingt
bewanderten Lesern zähle. So war mir nicht bekannt, dass Buddhas
Lehre frauenfeindliche Aspekte enthält, und zwar dadurch, „dass
der Buddha Frauen für nicht geeignet hielt, seinem Pfad zu folgen.“
Von einer Religion, die für ihre Toleranz bekannt ist, hätte
man einen derartigen Sexismus wohl nicht erwartet.
Nach intensiver Suche und dem Ausprobieren verschiedenster
Religionen und Methoden der Wahrheitssuche und Meditation findet Klitsie
schließlich ihre ganz eigene Göttin: „Die Liebe in
all ihren Ausdrucksformen, sie ist meine Göttin. [...] Ich kann,
will oder traue mich nicht, mich einer Religion ganz hinzugeben, doch
wage ich es in Bezug auf die Göttin der Liebe.“ Wer selbst
auch auf der Suche nach Gott ist oder aber bloß gerne über
philosophische Fragen wie den Sinn des Lebens sinniert, wird dieses
Buch auf jeden Fall unterhaltsam finden.
Maren Schrobar
Rezension online seit 29.11.2006
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