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von:
Sarina Singh, Joe Bindloss, Paul Clammer
Stilrichtung: Reiseführer
Broschiert: 1276 Seiten
Verlag: Mairdumont/Lonely Planet Deutschland (Mai
2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3829715536
ISBN-13: 978-3829715539
Rezension von: Sonja Schmidt und Maren Schrobar für
Happyindia.de
User Rezension 1
Sonja Schmidt
Der Lonely Planet-Verlag erfreut sich seit Jahrzehnten großer
Beliebtheit bei Touristen mit verschiedensten Reise- und Preisvorstellungen.
Die Autoren bei Lonely Planet kommen aus verschiedenen
Ländern und berichten aus eigener Erfahrung über das jeweilige
Reiseland. Besonders stolz ist der Verlag darauf, dass er seine Reiseführer
nicht mit Werbung finanziert und die Mitarbeiter keinerlei Geschenke
oder ähnliches von Touristikunternehmen (z.B. Hotels) entgegennehmen.
Es zählt also ausschließlich der entstandene Eindruck während
der Autorenreisen. In Lonely Planet-Reiseführern findet man Reiserouten,
Transportmittel, Unterkünfte und Verpflegungsmöglichkeiten
für jeden Geldbeutel.
Der Band "Indien" wurde auf dreizehn Autoren
aufgeteilt. Jeder hat sein Spezialgebiet bzw. seine Lieblingsregionen
bereist und dokumentiert. Die Daten werden in regelmäßigen
Abständen aktualisiert. Zum Einstieg bietet "Indien"
einen 106-seitigen allgemeingültigen Teil mit ausführlichen
Tipps zur Reisevorbereitung, Routenplanung, vielen Informationen zur
Geschichte, Kultur, Natur und "Essen & Trinken". Besonders
gelungen sind hier die Reiserouten-Vorschläge mit der jeweils
benötigten Reisedauer, Textbeschreibung mit den empfohlenen Sehenswürdigkeiten
und einer Routenskizze.
Im Anschluß erwartet einen der "klassische"
Reiseführer-Teil, der sich in kleine Abschnitte für jede
größere Stadt bzw. jede Region unterteilt. Dieser enthält
unter anderem Besonderheiten der Region, korrekte Verhaltensweisen,
Unterkünfte in jeder Preisklasse, Restaurants für jedes
Budget und empfehlenswerte Sehenswürdigkeiten für jede größere
Stadt bzw. jede Region.
Diese Datenfülle hat allerdings zur Folge, dass
das Buch fast 5,5 cm dick ist (1276 Seiten ) und ca. 800g schwer,
was man bei der Planung des Reisegepäcks berücksichtigen
sollte.
Im hinteren Teil des Buches im Anschluß an
die regions-/ städtespezifischen Reiseinformationen findet man
weitere wichtige allgemeine Hinweise wie wichtige Adressen vor Ort
(z.B. Botschaften), Feiertage, Zahlungsmittel, Gefahrenhinweise, Wetterdetails,
Verkehrsmittel, Impf-Empfehlungen, etc.
Fazit: Trotz (oder gerade wegen der;-)) Gewichts-
und Größenproblematik ist dies mit Sicherheit der best-recherchierte,
umfangreichste und informativste Indien Reiseführer, den der
Büchermarkt zur Zeit hergibt.
Sonja Schmidt, 25.01.2007
User Rezension 2
Maren Schrobar
„Es gibt definitiv nichts, womit man sich wirklich auf Indien
vorbereiten könnte“ – eine gewagte Aussage für
einen knapp 1300 Seiten zählenden Indien-Reiseführer. Soviel
Selbstbewusstsein kann sich wohl nur lonely planet erlauben –
in dem sicheren Wissen, dass sich trotz dieses Hinweises mehr als
genug Leser für den Wälzer finden werden. Und zwar nicht
grundlos: Der Reiseführer ist schön aufgemacht, bietet unerwartet
viele Farbfotos und noch mehr Informationen, wirkt kompetent und vertrauenswürdig.
Dazu trägt auch bei, dass die Autoren der einzelnen Kapitel anfangs
kurz vorgestellt werden und berichtet wird, wer sich warum mit welcher
Region Indiens besonders gut auskennt.
Die Aufteilung des Reiseführers ist sinnvoll
und übersichtlich: Nach einer kurzen allgemeinen Einleitung folgen
einführende Kapitel zur indischen Geschichte, Gegenwart und Gesellschaft
(Kultur, Religion, Politik). Positiv zu erwähnen sind auch die
Literaturhinweise oder links zu interessanten Webseiten. Weiter sind
die Kapitel in die einzelnen Regionen unterteilt, Mumbai und Delhi
sind extra Kapitel gewidmet. Außerdem gibt es zuvor noch einige
Routenvorschläge, die Indien-Neulingen oder Leuten, die nur eine
bestimmte Region in einem bestimmten Zeitraum besuchen möchten,
gute Anregungen geben.
Da lonely planet Reiseführer für unabhängige
Informationen stehen und ganz nach der Devise „Ungeschminkte
Wahrheit statt Schönfärberei“ abgefasst sind, finden
sich immer wieder auch Hinweise auf Situationen und/oder Begebenheiten,
die man möglichst meiden sollte. Auf manche mag dies abschreckend
wirken, ich dagegen finde derlei Tipps und Warnungen (meist unter
der bezeichnenden Überschrift „Gefahren und Ärgernisse“
aufgeführt) eher hilfreich. Schließlich hat man wenig davon,
wenn Varanasi als heilige Stadt Indiens in den höchsten Tönen
verklärt wird und man sich dann wundern muss, dass man nachts
als dummer „Touri“ völlig unheilig abgezockt wird.
Lonely planet ist dabei keinesfalls auf Schwarzmalerei aus, im Gegenteil,
Indien wird als faszinierendes und einzigartiges Reiseland dargestellt,
und die Begeisterung für den Subkontinent ist auch in den kritischen
Anmerkungen (vielleicht sogar gerade dort) offensichtlich.
Besonders bedacht sind außerdem „Randgruppen“ wie
Frauen und Homosexuelle, nützliche Hinweise inklusive, unter
anderem zu den Themen Auftreten in der Öffentlichkeit und Kleidung.
Sehr amüsant fand ich hier den Hinweis, dass
es bei Einheimischen gut ankommt, wenn man indische Kleidung trägt
– sofern man es richtig tut (also kein Sari mit weißen
Tennissocken und Turnschuhen, wie ich es hierzulande schon beobachten
durfte – musste?!).
Einziger Nachteil des informativen, gut geschriebenen und unterhaltsamen
Reiseführers ist die teils schlechte Lesbarkeit: Man muss die
Seiten schon arg auseinander quetschen, um den mittleren Teil lesen
zu können. Auch das Herauskopieren von Kapiteln (um beispielsweise
statt des kompletten Wälzers nur die entsprechenden Seiten mit
auf Reise zu nehmen) ist eher schwierig – da hat wohl jemand
eine neue Form des Buch-Kopierschutzes erfunden.
Nichtsdestotrotz freue ich mich schon darauf, den
lonely planet Indienführer irgendwann selbst in meinen Koffer
packen zu können – und angesichts des gehaltvollen Inhalts
werde ich gelassen über die gefühlten Fünfkilo-Zusatzgewicht
in meinem Reisegepäck hinwegsehen.
Maren Schrobar, 28.02.2007
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