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von:
Kiran Nigarkar
Übersetzt von: Giovanni Bandini und Ditte Bandini
Stilrichtung: Roman
Gebundene Ausgabe: 703 Seiten
Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (Oktober 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548604641
ISBN-13: 978-3548604640
Rezension von: Rawi für Happyindia.de
Rezension
Nach der tollen Erfahrung mit “Ravan &
Eddie” war es nur eine Frage der Zeit bis ich mich an einen
weiteren Roman von Kiran Nagarkar machen würde. Aber die ersten
Seiten von „Krishnas Schatten“ waren eher ernüchternd,
weit weg von dem heiteren Witz und dem Charme, der mich beim ersten
Buch so fasziniert hat. So leicht gebe ich dennoch nicht auf und beisse
mich durch... und mein Durchhaltevermögen sollte belohnt werden.
Ort des Geschehens ist Mewar im 16. Jahrhundert und
die Hauptfigur ist Maharaj Kumar, der Kronprinz des Rajputen Staats.
Der junge Kronprinz ist ein gebildeter, verantwortungsvoller Mann,
der seine Pflichten und Aufgaben sehr ernst nimmt, zu ernst wie seine
Freunde meinen. Durch den Wechsel der Erzählperspektive läßt
Nigarkar den Leser in die Gedankenwelt des Erstgeborenen Königssohnes
eintauchen. Und man entdeckt eine Persönlichkeit, die durch Verzweifelung,
Angst, aber auch Mut und Selbstbewusstsein geprägt ist und sich
somit hervorragend als Identifikationsfigur eignet. Das Buch handelt
aber auch von Unsicherheiten: Nicht zu wissen, wieso sein vater, der
König, unverständliche Entscheidungen trifft, welche Mittel
dessen Lieblingsfrau und deren Sohn bereit sind einzusetzen um an
die Krone zu kommen. Er sieht sich von viel mehr Gegnern als Freunden
umgeben und das allein im Palast, von den Feinden ausserhalb der Stadtmauer
ganz zu schweigen. Und das Schicksal beschert ihm einen noch mächtigeren
Feind: Einen Gott, den sein ganzes Volk anbetet – dank seiner
eigenen Frau. Die Frau, die ihn zum Gespött der Stadt macht -
ob mit Absicht oder nicht - darüber kann der Leser selbst nur
Vermutungen anstellen.
Der Autor läßt mit diesem Historienroman Figuren aufleben,
die es in der Geschichte des Subkontinents wirklich gegeben hat. Im
Nachwort gibt er zusätzliche Informationen über den geschichtlichen
Zusammenhang der Figuren. Er erzählt, dass er eigentlich nie
vor hatte eine historische Abhandlung zu schreiben. Er wollte Stammbäume
umdichten, sich in Klima und Geographien vergreifen und nach belieben
Epidemien, Revolten und andere Ereignisse erfinden, aber letztendlich
habe ihm nur Hauptfigur diese Freiheiten gelassen.
Wer einen 700 Seiten Roman nicht scheut, der von Rajastan vor der
Mogulzeit handelt, ist bei diesem Buch genau richtig. Mit dem Preis
um Euro 11,- ist dieses lebendige Epos er nicht zu teuer.
Rawi
Rezension online seit 17.05.2007
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