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Koriandergrün und Safranrot

von: Preethi Nair
Übersetzt von: Karin Dufner
Stilrichtung:
Roman
Gebundene Ausgabe:
319 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (2/2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426196387
ISBN-13: 978-3426196380
Rezension von: Sabine Adatepe für Happyindia.de

 

User Rezension

»Die Natur verschiebt die Dinge in Übereinstimmung mit neuer Energie«, weiß Mayas Großmutter, so reiche ein kleiner Schritt aus, um unabsehbar große Änderungen nach sich zu ziehen.
Maya ist kaum sechs, als sie aus Indien mit Mutter und Bruder dem Vater nach London folgt. Traurig, dass die geliebte Großmutter zurückblieb, passen die Kinder sich doch in Windeseile der neuen Umwelt an. Mutter Nalini macht das Beste draus und streut bald heimische Gewürze über englisches Fastfood für die Kinder, widmet ihre Kreativität jedoch auch weiterhin der von der eigenen Mutter in Kerala erlernten indischen Kochkunst.

Als der Vater aus dem Leben der Familie verschwindet, nimmt sie mit Unterstützung von Vermieterin Maggie und Fahrer Tom, dem einfühlsamen jungen Iren, die Dinge engagiert in die Hand. Statt in einer Textilfabrik als Näherin zu verkümmern, beginnt sie Pickles aus Hausproduktion zu verkaufen. Das intuitive Würzen für die Seele liegt ihr im Blut, die Kundschaft stürmt ihr geradezu den Laden, den sie inzwischen mit Maggie auf die Beine gestellt hat. Dankbarkeit und Vergebung sind die Hauptanliegen, die Nalini mit Senfkörnern, Chili und immer wieder Zimt als Verbindung herbeizuführen sucht. Es gelingt ihr wunderbar, je nach Bedürfnis der Kunden zu mischen. Der Leserin stellt sich dringlich die Frage nach dem nächsten Pickles-Laden!
Das Glück scheint perfekt, als Nalinis Stammkunde Ravi sich in sie verliebt und mit ihr und den Kindern eine neue Familie gründet. Doch ein Unglück entfremdet Tochter Maya der Familie, sie geht ins Ausland, findet in der spanischen Provinz ein neues Glück – bis sie merkt, dass sie nur vor sich selbst auf der Flucht ist. Eine Reise nach Indien versöhnt sie nachhaltig mit ihren Wurzeln. Während Nalini die geborene Köchin ist, findet Maya ihre Bestimmung im Textildesign – bunte Farben, fantasievolle Kompositionen, begnadetes handwerkliches Können prägt die sinnliche Kunst beider – ebenso wie die der jungen Autorin Preethi Nair.

Sie lebt seit früher Jugend in London und kann aus eigener Erfahrung von Schmerzen und Chancen der Migration berichten. Doch bei ihr findet sich nichts von Nostalgie und Larmoyanz, wie in manch anderem Migrationsepos, sie schreitet und schreibt flott und frisch ins Leben hinein und weiß, dass Erfolg nur haben kann, wer die Initiative selbst in die Hand nimmt. Vielschichtigkeit und Tiefe gewinnt das Buch durch die wechselnden Erzählperspektiven von Maya zu Nalini.
Ein wunderbarer Roman über Migration, Erwachsenwerden, die Kraft der Liebe und die Magie des Kochens.

Sabine Adatepe
Rezension online seit 30.03.2007

 

 

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