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Bombay Paradise

Autor: Vikram Chandra
Übersetzt von:
Barbara Heller, Kathrin Razum
Stilrichtung:
Roman
Gebundene Ausgabe:
550 Seiten
Verlag: Aufbau-Verlag; Auflage: 1 (12/2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3351030924
ISBN-13: 978-3351030926
Rezension von: Sabine Adatepe für Happyindia.de

 

User Rezension

Vikram Chandra schrieb mit "Sacred Games" ein Buch vom Umfang eines Bollywoodfilms mit Überlänge, der deutsche Verlag druckte die große Erzählung um Inspektor Sartaj Singh und Mafia-Boss Ganesh Gaitonde in zwei Bänden: "Der Gott von Bombay" und "Bombay Paradise". Die Lektüre dieses zweiten Bandes ist unbedingt im Anschluss an den ersten zu empfehlen!

Gaitonde führt seine Company mittlerweile von einer Yacht aus und erzählt von seiner Suche nach der großen Liebe ebenso wie nach Spiritualität. So sind es das aufstrebende Bollywood-Starlet Zoya, für die Gaitonde International Dhamaka als Blockbuster plant und finanziert, und der international renommierte Guru-ji, der erfolgreich mehrere Ashrams führt und zugleich undurchsichtige Geschäfte tätigt, an denen Gaitondes Company nicht unwesentlichen Anteil hat, die ihm am nächsten stehen. Und natürlich Jojo, die Agentin für Filmschauspieler und Edelprostituierte, mit der er über Jahre eine Telefonbeziehung unterhält, bis er sie am Ende zu einem Treffen zwingt, das vom Happyend in die Katastrophe kippt.

Unterdessen klärt Sartaj Singh, der einzige Sikh-Inspektor in ganz Bombay, einen Erpressungsfall auf, erlebt nach langen Jahren wieder eine große Liebe und versucht hinter das Geheimnis eines der spektakulärsten Fälle in der Geschichte des indischen Geheimdienstes zu kommen. Natürlich gelingt ihm das schließlich mit einer gehörigen Portion Glück und Intuition, doch er opfert viel dafür.

Neben den großen Geschichten um Mafia und Polizeiarbeit, um die oft verstörende Verflechtung von beiden, sind es nicht zuletzt die fein gezeichneten Nebenfiguren, die Chandras Meisterwerk, viel mehr als ein hoch spannender Krimi, so überzeugend wirken lassen. Der sprachlich versierte Autor, hervorragend übersetzt, lädt die Leserin hinter Inspektor Sartaj' aufs Motorrad und braust mit ihr durch das brodelnde Leben der Superstadt Bombay. Chandra breitet einen bunten Fächer von Fällen und Handlungssträngen aus, führt sie locker im Gewebe mit und am Ende alle schlüssig wieder zusammen. Und dennoch bleibt die Hoffnung auf mehr von Sartaj Singh aus Chandras Feder!

Sabine Adatepe
Rezension online seit 12.02.2007