von:
Leslie Forbes
Stilrichtung: Roman
Gebundene Ausgabe: 483 Seiten
Verlag: Ullstein Hc (1998)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3550082649
ISBN-13: 978-3550082641
Rezension von: Nadja Schlichting für Happyindia.de
User Rezension
Der Roman beginnt sehr vielversprechend und spannend.
Allerdings ändert sich dies nach ein paar Kapiteln bereits. Die
Story ist schnell erzählt und beinhaltet keine Überraschungen.
Roz Benegal, schottisch-indische Journalistin, reist
nach Bombay um ihre Schwester Miranda nach Jahren der Trennung zu
besuchen. Miranda ist inzwischen mit dem Regisseur Prosper Sharma
verheiratet und erwartet ein Kind. Prospers erste Ehefrau Maya hat
vor Jahren unter ungeklärten Umständen Selbstmord begangen.
Roz hat es sich in den Kopf gesetzt Propers Schuld an dem Selbstmord
und seine Beteiligung an den in Bombay kürzlich verübten
Hijra-Morden zu beweisen. Im Verlauf der Geschichte wird Roz von den
anderen Charakteren als schizophren dargestellt und so kam es mir
auch oft vor.
Warum ist sie so versessen darauf Prospers Schuld
zu beweisen? Nur, weil er ihr unsympatisch ist?
Der Erzählstil, die Charaktere und die Handlung werden so unplausibel,
dass man das Buch am Liebsten weglegen würde.
Kenntnisse über Shakespeares "Der Sturm"
und in Klimaverhältnissen sind bei diesem Buch von großem
Vorteil für den Leser. Die hinterhältigen Machenschaften
der Filmindustrie Bollywoods, korrupter Politiker und Polizei sind
zwar gut dargestellt. Man wünscht sich aber oft, dass auf einige
Details mehr eingegangen worden wäre. Gut dargestellt ist die
Lebensweise und Bedeutung der Hijras, von der hier im Westen wenig
bekannt sein dürfte.
Am Ende des Buches bleiben die wichtigsten Fragen
unbeantwortet.
Wer ist der Vater von Miranda´s Kind?
Warum hat Roz Ähnlichkeit mit der ersten Frau von Caleb?
Wessen Sohn ist Sami wirklich?
Hat Prosper den Mord an Maya und Sami beauftragt?
Dieses Unwissen ist sehr unbefriedigend und man ärgert sich,
dass man sich durch die Seiten gequält hat.
Ein weiterer Minuspunkt des Romanes ist das fehlende
Glossar. Einige Begriffen werden zwar im Text erklärt, der Großteil
bleibt aber ein Geheimnis, wenn man des Hindis nicht mächtig
ist.
Es gibt viel bessere Krimis deren Handlung in Indien angesiedelt ist
und deshalb ist dieser Roman eine absolute Enttäuschung und nach
meiner Meinung nicht empfehlenswert.
Nadja Schlichting
Rezension online seit 30.05.2007
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