/Specials/Kabhie Alvida Naa Kehna Review
Kabhie Alvida Naa Kehna
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Die Erwartungen konnten höher kaum sein. Sogar ein Karan Johar
kam ins Schwitzen, wenn er an die Premiere seines hochkarätig
besetzten Film dachte. Verständlich, denn mit 450 Millionen
Ind. Rupien Produktionskosten (10% über Budget), sind viele
Hoffnungen, Träume und natürlich finanzielle Interessen
an einen Film verbunden. Es ist Indiens "Titanic", wenn
man so will. Wer würde da nicht ins Schwitzen kommen? Dev Saran (Shahrukh Khan) und Rhea (Preity Zinta) sind seit fünf Jahren verheiratet. Er ist ein bekannter Fußballer in New York, der gerade einen 5-Millionen Dollar Vertrag unterschrieben hat und sie führt erfolgreich ein Modemagazin. Die Familie wird durch den gemeinsamen Sohn komplettiert, aber ein wirkliches familiäres Zusammenleben findet nicht statt.
-Schnitt- Als nächstes sieht man nur wie Dev aus der Einfahrt des Hauses tritt und von einem Wagen angefahren wird. Vier Jahre später...
Währenddessen führt Maya eine unglückliche Ehe mit Rishi und merkt dass sie beide kaum Gemeinsamkeiten haben. Er ist Besitzer einer PR Agentur, die auf Parties und Veranstaltungen spezialisiert ist. Sie ist Kindergärtnerin und hat nichts für die Glamourwelt ihres Mannes übrig. Ihre Unvollkommenheit - sie kann keine Kinder kriegen - will sie mit einem sauberen, perfekten Haushalt kompensieren. Sie denkt durch Diskussionen ihre Ehe retten zu können. Rishi hält sie für eine übertrieben nachdenkliche und analysierende Frau, die Null Leidenschaft in die Ehe bringt. Trotz ihrer Unterschiede liebt er sie unendlich und würde sie gegen nichts auf der Welt eintauschen wollen.
Durch einen lustigen Zufall begegnen sich Dev und Maya im Krankenhaus wieder, als Verletzte. Die Begegnung ist alles andere als schön, aber der Anfang einer unglaublich faszinierenden Geschichte. Ein Zyniker und eine Kindergärtnerin mit Putzfimmel freunden sich an. Treffen sich einmal, dann häufiger und beginnen an ihren Ehen zu arbeiten. Ernshafte Versuche geraten zu Albträumen, aber sie geben nicht auf, bis sie merken...
Shah Rukh Khan: Rani Mukherjee: Preity Zinta: Abhishekh Bachchan: Amitabh Bachchan: Kiron Kher: Der Zuschauer identifiziert sich mit dem einen und dann doch mit dem anderen Charakter... und merkt plötzlich, dass er auf der Seite des Bösen steht. Gibt es in diesem Film überhaupt Gut und Böse? Man möchte die Frage verneinen, aber der Film macht es einem nicht einfach. Trotz einer ernsten und weltweit verstandenen Geschichte über die Liebe, Hochzeiten, Rollenverteilung kommt der Humor in diesem Film nicht zu kurz. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Geschichtsschreiber und Regisseur in einigen Szenen auf Bilder von Filmen wie Kuch Kuch Hota hai, Kal Ho Naa Ho, Hum Tum, Veer-Zaara und auch K3G zurückgreift. Was diesen Film aber unterscheidet, ist seine Ehrlichkeit. Okay, ich meine nicht, dass die Paare in typischen indischen Verhältnissen leben und auch haben sie kein durchschnittliches Einkommen, auch nicht das New Yorker Einkommen. Die Häuser sind vielleicht sogar noch größer und prachtvoller als in K3G. Aber Karan Johar beweist Mut, eine so ehrliche Geschichte zu erzählen und mehr als nur unterhalten zu wollen. Klar kann man den Film sehen, drei nette Stunden im Kino verbringen und draussen alles vergessen. Aber nicht wenige werden aus dem Kinosaal raus gehen und ihre Sicht, vielleicht sogar ihre momentane Beziehung unter den Aspekten im Film analysieren. Laut des Regisseurs geht es um die Fragen, ob eine Hochzeit aus reinen Vernunftgründen wirklich der sichere Weg ist. Und was tut man, wenn man Jahre später merkt, man hat den falschen Mann oder die falsche Frau geheiratet? Die indische Antwort heisst hier nicht unbedingt Scheidung. Überlegt man weiter, kommt man aber auch auf die Frage: Ist eine Liebeshochzeit die beste Lösung? Schaut man sich die Scheidungsraten in Deutschland oder irgendeinem anderen westlichen Land an, wird man diesem Weg nicht unbedingt zustimmen. Verflixt dieser tolle Geschichtenerzähler hat es meiner Meinung nach geschafft, eine Story so zu verfilmen, dass man mit mehr Fragen aus dem Saal rausgeht als reingekommen ist. Er hat sich nicht neu erfunden, ganz bestimmt nicht. Kritiker werden sagen, dass er mit KANK in die selbe Kerbe schlägt, wie mit seinen anderen Liebesfilmen. Sie haben nicht ganz unrecht, aber gleichzeitig stellt er klare Fragen an den Zuschauer auf die Herausforderungen des Lebens. Fragen, denen jeder von uns schon mal begegnet ist. Rawi, 13.08.2006 |

An
einem Frühlingstag, als Dev seine Mutter von einer Hochzeit
abholen will, wo sie für das Catering verantwortlich ist, trifft
er auf Maya (Rani Mukherjee). Sie ist die Braut. Maya hat sich nach
drei Jahren des Überlegens doch noch dafür entschieden
ihren guten Freund Rishi (Abhisheck Bachchan) zu heiraten, der sie
unendlich liebt. Der humorvolle Dev und die von Zweifeln geprägte
Maya kommen ins Gespräch. Er erkennt ihre Zweifel schnell und
gibt er ihr den Rat, nicht auf die große Liebe zu warten,
die vielleicht niemals käme. Lieber solle sie ihren besten
Freund heiraten und so der "kleineren" Liebe eine Chance
geben. Er verheimlicht nicht, dass auch seine Ehe keine perfekte
ist. Er scheint aber auch nicht mehr zu erwarten. Maya solle sich
auch keine Gedanken machen, was passiert wenn sie doch noch ihre
große Liebe findet, denn wer nicht nach dem Traumprinzen sucht,
wird ihm auch nicht begegnen.
Aus
dem erfolgreichen, lachenden Fußballer ist ein zynischer,
permanentfluchender Krüppel geworden, der niemanden seine Freuden
gönnt. Die Distanz zu seiner Frau ist noch größer
geworden, ihr Aufstieg hält ihm seine Unvollkommenheit wie
ein Spiegel vor den Augen. Er hat sich von dem Unfall eine schwere
Beinverletzung zugezogen, die das Ende seiner Karriere bedeutete.
Rhea hat noch weniger Zeit für ihren Mann und ihren Sohn, was
Dev zu noch mehr zynischen Bemerkungen ihr gegenüber veranlasst
und das tagtäglich. Und auch vor seinen Sohn macht seine Wut
keinen halt. Der Ex-Fußballer, der jetzt eine Kindermannschafft
trainiert, fühlt sich zum "Kindermädchen" degradiert
und nimmt jede Erfolgsnachricht seiner Frau mit verhassten Kommentaren
auf.