/Bollywood/Shahrukh Khan auf der Berlinale 2008

Shahrukh Khan auf der Berlinale 2008

Shah Rukh Pressekonferenz am 8. Februar

Shah Rukh Khan bei der Berlinale – und bald zum Filmdreh in Berlin?

Zur Pressekonferenz von „Om Shanti Om“ bei der Berlinale erschien ein gutgelaunter und charmanter Shah Rukh Khan, der die Anwesenden gleich mit seinen ersten Worten für sich einnahm. Er bedankte sich für die Einladung zur Berlinale und fügte hinzu: „Seit 17 Jahren arbeite ich schon und fühle mich heute zum ersten Mal wie ein großer Filmstar.“ Denn man habe ihm gesagt, er könne hier anziehen, was er wolle, erklärte der in schwarzer Lederjacke gekleidete Schauspieler mit einem Augenzwinkern.

Der Film „Om Shanti Om“ transportiert alles, was das Bollywood-Kino ausmacht. Das Laute und Kitschige gehöre einfach dazu, so wie es eben auch zur indischen Mentalität gehöre. Dabei sei „Om Shanti Om“ keineswegs ein gewöhnlicher Bollywood-Film, sondern „der wohl einzigartigste Film in der Geschichte der Menschheit“. „Dies liegt zum Teil natürlich auch daran, dass ich ihn produziert habe“, erläuterte Khan mit deutlicher Selbstironie, an der er es ihm genau wie bei seiner Rolle im Film nicht mangelt.

Was Shah Rukh und seine Fans uns verrieten
SRK Pressekonferenz
Shah Rukh Fans am Roten Teppich (Teil 1)
Shah Rukh Fans am Roten Teppich (Teil 2)

Shah Rukh Fans am Roten Teppich (Teil 3) neu!

„Om Shanti Om“ behandelt zwar zwei verschiedene Bollywood-Epochen, doch es habe sich nicht viel verändert im Filmemachen von den 70er Jahren bis heute. Noch immer gehe es hauptsächlich darum, schöne Geschichten zu erzählen, nur die Helden sähen heute besser aus als damals.

Auf die Bitte, einen Blick in die Zukunft des Hindi-Kinos zu werfen, entgegnete Khan, dass sich die Filme zumindest in ihrer Länge allmählich dem westlichen Kino annähern sollten. Er selbst halte Drei-Stunden-Filme für zu lang und würde daher versuchen, seine eigenen Filme auf zwei Stunden zu begrenzen bzw. in Zukunft noch weiter zu kürzen. Aus dem Hindi-Kino jedoch überhaupt nicht wegzudenken sei die Musik: „ Wir glauben an Musik und Tanzen, in unserem Land gibt es jeden Monat Feste, bei denen die Menschen auf der Straße singen und tanzen“. Möglicherweise würde die Musik in Zukunft sinnvoller in die Filme eingebaut, so etwa wie bei Swades, als Hintergrundmusik oder tatsächlicher Teil der Geschichte. Dass Hollywood-Filme derzeit in Indien gar nicht gut liefen, würde sich mit der Zeit ändern, so dass auch Indien einen großen Markt für westliche Filme darstellen könnte, so Khans Ansicht. Dennoch bleibt sich der Hindi-Film trotz dieser Veränderungen in gewisser Weise treu: „Die weiten Hosen mit Schlag werden wir auch weiterhin tragen, die mögen wir“, stellte Khan abschließend fest.

In Hollywood sieht der Schauspieler keinen Platz für sich, viel wichtiger sei es ihm, den indischen Film in die Welt hinaus zu tragen. Durch seine Filme wolle er verschiedene Aspekte seines Landes bekannt machen, und dies „ohne sich dafür zu entschuldigen, dass es sich hierbei um eine besondere Art von Kino handelt, ohne zu versuchen, die Filme, die ich mache, zu intellektualisieren, denn ich glaube, dass Kino unterhalten sollte.“ Gerade das mache diese Filme aus, dass sie nicht so kopflastig seien, aber dennoch zum Nachdenken anregen und dem Zuschauer ein anderes Land und eine andere Kultur näher bringen würden.


Für seine Fans nahm sich Shah Rukh Khan in Berlin viel Zeit - "Soviel Wärme und Liebe habe ich nicht erwartet", sagte er auf dem Roten Teppich.
Copyright 2008 Focus-Bollywoood.de

Großen Eindruck hat die deutsche Fangemeinde auf Shah Rukh Khan gemacht. Wenn auf der einen Seite 3,6 Milliarden Fans in der ganzen Welt stünden, so wären die deutschen Fans auf der anderen Seite, erklärte er auf eine Frage hin. Dass die Tickets für die Berlinale-Vorführungen von „Om Shanti Om“ innerhalb weniger Minuten ausverkauft waren, habe er kaum glauben können und überlegt, ob man vielleicht den Filmnamen falsch verstanden hätte. Tatsächlich kann sich der charismatische Schauspieler seine Beliebtheit bei den deutschen Fans anscheinend selbst nicht ganz erklären. Der Erfolg des Bollywood-Kinos in Deutschland habe eher damit zu tun, dass es so viele Emotionen transportiere, auch wenn er gern glauben würde, dass es an ihm liege, erklärte Khan mit der ihm eigenen Bescheidenheit und typischem Understatement.

Die wohl wichtigste Neuigkeit des Tages war die Ankündigung Shah Rukh Khans, einige Szenen eines Films in Berlin drehen zu wollen. Actionszenen seien es, und sie würden planen, für ein paar Wochen nach Deutschland zu kommen, um hier zu drehen. Allerdings erst zu einer wärmeren Zeit – vielleicht möglicherweise schon diesen Sommer?


Gegen eine kleine (oder größere) Tanzeinlage von Shah Rukh Khan wäre sicher nichts einzuwenden - die nächste Temptation Tour ist angeblich schon für dieses Jahr u.a. in Berlin geplant.
Copyright 2008 Focus-Bollywoood.de

Dies wäre sicher ein schöner Trost für alle, die Shah Rukh bei seinem derzeitigen Besuch nicht zu Gesicht bekommen können. Wer keine Karte für die Premiere von „Om Shanti Om“ am Freitagabend bekommen hatte oder nicht mehrere hundert Euro dafür ausgeben wollte, konnte vorm Kino International zumindest einen Blick auf ihn erhaschen. Dort bemühte sich Shah Rukh redlich, möglichst all seinen Fans gerecht zu werden und verbrachte fast eine komplette Stunde auf dem Roten Teppich mit Autogrammen und Fotos. Viele der Fans waren von weither angereist, um ihren Bollywood-Helden live zu erleben – und Shah Rukh Khan ist tatsächlich ein Erlebnis.

Maren Schrobar, 8.2.'08