/Bollywood/Don 2 Pressekonferenz in Berlin

Harte Fakten zu DON 2

Mit einer bollywoodtypischen, aber noch erträglichen Verspätung von ca. 45 Minuten begann die Pressekonferenz zu Don 2 mit einem ausgiebigen Foto Call. Dann setzten sich die fünf indischen und fünf deutschen Teilnehmer mit der Moderatorin Dorothee Wenner auf der Bühne des stilvoll hergerichteten Friedrichstadtpalastes auf die im Halbkreis angeordneten Stühle.
Die Teilnehmer waren: Die Hauptdarsteller Shah Rukh Khan, Priyanka Chopra, Boman Irani und Florian Lukas, Regisseur Farhan Akhtar und Produzent Ritesh Sidhwani, ferner von Berliner Seite der Koproduzent Mathias Schwerbrock, die Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus, und die Geschäftsführer von Berlin Partner und visitBerlin.

Die Fragen - sowohl von der Moderation als auch von den versammelten Journalisten (wir von HappyIndia sind leider nicht zu Wort gekommen) - blieben leider ziemlich an der Oberfläche und klopften zum größten Teil schon Bekanntes ab.

Was haben wir an neuen Infos erfahren haben:



• Die mitgebrachte indische Crew besteht aus 70 Personen

• Man hat einen 300 m langen Fuhrpark zur Verfügung

• Der Grundstein für die Dreharbeiten wurde bereits 2007 durch ein Koproduktionsabkommen zwischen Indien und Deutschland gelegt. Zu etwa diesem Zeitpunkt verbrachte Regisseur Farhan Akhtar mit seiner Familie einen dreiwöchigen Urlaub in Berlin und hat sich in die Stadt verliebt. Er war beeindruckt von der Berliner Architektur und Energie

• Don 2 hat ein Gesamtbudget von ca 12 Millionen Euro, wovon etwa 6,8 Mio während der Dreharbeiten in Berlin ausgegeben werden sollen. Die Zuschüsse von deutscher Seite betragen insgesamt 2 Mio, eine Million vom DFFF (Deutscher Filmförderfonds), der Rest vom Medienboard und der Berliner Tourismuswerbung

• Shah Rukh genießt seinen Aufenthalt und die Arbeit in Berlin, Priyanka möchte möglichst viel Sightseeing machen, und Boman, der gerade erst angekommen ist freut sich auf seinen Aufenthalt hier und ist gespannt auf die Dreharbeiten. Florian Lukas wird einen deutschen Ermittler spielen, und war bis jetzt bei den Dreharbeiten noch nicht dabei. Er erzählt ein wenig über sein Casting und Shah Rukh versucht, ihm einen Satz auf Hindi beizubringen. Als alle lachen, kneift Florian jedoch, weil er nicht weiß, was er da sagen soll: es wäre natürlich "Ich liebe dich" gewesen

• Aufgrund der hohen Kosten wird sehr effektiv und hart gearbeitet: man dreht 6 Tage pro Woche, freitags ist frei (wobei der gestrige freie Tag zum Teil für die Pressekonferenz geopfert wurde). Um Shah Rukhs Geburtstag (2. November) herum gibt es 2 drehfreie Tage, und seine Familie kommt zum Geburtstag Feiern angereist. Und Shah Rukh wünscht sich schmunzelnd viele Geschenke …

• An einem Drehtag wird in den Studios Babelsberg eine Unterwasserszene gedreht, in dem in Deutschland einmaligen Film-Wassertank mit einer halben Million Liter Wasser Fassungsvermögen

• Farhan erklärt, dass Don 2 ein echter Mainstream Hindi Film sein wird mit allem was dazugehört, dass aber prinzipiell die Filme heutzutage etwas realistischer seien. Exotische ausländische Drehorte werden nicht mehr nur für Traumsequenzen und Tanzszenen eingesetzt, sondern in die Handlung eingebaut. Don 2 wird ein Thriller mit Masala-Elementen sein

• Zu schon genutzten oder noch geplanten Drehorten in Berlin gehören: Gendarmenmarkt, East-Side-Gallery, als besonderer Clou das Parlamentsgebäude (Paul-Löbe-Haus), DZ-Bank am Pariser Platz, Olympiastadion und Brandenburger Tor
• Weltweiter Starttermin für den Film wird der 23. Dezember 2011 sein, der Deutschlandstart im Februar 2012, möglicherweise im Rahmen der Berlinale

• Die Stadt Berlin wird (wie alle Teilnehmer wiederholt beteuern) eine Hauptrolle im Film spielen, man verspricht sich seitens der Berliner Tourismuswerbung eine brisante Zunahme des indischen Besucheranteils. Shah Rukh Khan bestätigt das, er bringt als Beispiel den indischen Tourismus in Malaysia, der von den Dreharbeiten zu Don 1 deutlich profitiert hat und prophezeit augenzwinkernd, dass Berlin sich vor indischen Touristen nicht mehr wird retten können.

Gesamteindruck: Man hat ein wenig das Gefühl, an einer Werbeveranstaltung für Berlin teilzunehmen, wenn man den gegenseitigen Dankesreden und Bauchpinseleien lauscht. Shah Rukh ist professionell und freundlich, aber es scheint sich für ihn doch eher um einen Pflichttermin zu handeln, den er über sich ergehen lassen muss. Wenn er nicht im Mittelpunkt steht, tuschelt er permanent mit der neben ihm sitzenden Priyanka. Sein Auftritt ist meilenweit von dem auf der Berlinale-Pressekonferenz 2008 entfernt, bei dem er vor Charme und Esprit nur so sprühte. Trotzdem bestärkt diese Veranstaltung die Vorfreude auf den Film, und wenn man sich die Artikel in der deutschen Presse anschaut, so hatte diese Pressekonferenz ein sehr positives Ergebnis.

Vera Schwallbach, 25.10.'10

 

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